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Heike Wegner EIN ZUHAUSE FÜR EINE MASCHINE ...mache ich sicher nur einmal im Leben, hab ich mir gedacht.", waren Pühringers Worte, um zur Vorstellung des nächsten Projektes überzugehen. Die Power Connection wurde im Mai 1996 eingeweiht und ist eine Architekturskulptur aus Stahl, Holz und Beton. Sie beherbergt die technische "Ikone" des Fabrikanten Heuberger in Thalgau, der mit Pühringers Hilfe die Revitalisierung und Erhaltung seines Werkes schon in mehreren Fällen auf eine Weise gestaltet hat, daß man die langfristige Intention unterstellen könnte, auf dem Heubergerschen Werksgelände solle eine in jeder Hinsicht eigene, aber wirkungsvolle Form der Musealisierung der Errungenschaften der technischen Revolution entstehen, und so mutet der merkwürdige kleine Bau an der Grenze zu diesem Gelände zunächst einmal nahezu monströs und absonderlich an - eine Funktion wäre ihm kaum auf den ersten Blick zuzuordnen. Eine halbrunde Betonwand mit Schornstein (?), runden Öffnungen wie verschieden große Bullaugen, einer Art Zahnrad als Silhouette und einem noch seltsameren "Kopf"(?) - das ist die Ansicht, die sich von der Straßenseite her darbietet. Die Zusatzfunktion der Power Connection ist dabei durchaus symbolisch und spricht in mehrerer Hinsicht auch über den für sie ausgewählten Standort am Eingang zum Stammgelände des Werkes: sie beherbergt "nebenbei" ein 14m langes, mechanisches Rolltor, das bei Bedarf genau die Grenzen des Industriegebietes markieren kann im sehr ländlichen Thalgau. Aber sie ist keine Pförtnerloge sondern eine Art offen-geschlossenes Museum für jene Dampflokomobile, mit der früher die Stromversorgung des Ortes gesichert wurde und die noch bis 1983 im Einsatz war in den Produktionsstätten der Holzindustrie. Heuberger hat sie liebevoll rekonstruieren und Pühringer dafür eine "Behausung" bauen lassen, die gleichzeitig auch die Bedrohung reflektiert, die in technischen Errungenschaften steckt. Die zur Straße gewandte Seite orientiert sich an den Formen von LKW und Militärfahrzeugen, der kopfähnliche Vorbau erinnert an eine überdimensionale Maske aus Stahl. Und sieht man durch ihre "Schlitzaugen", geht der Blick direkt ins Schwarze - das ehemalige Feuerloch. Auch die Power Connection gibt ihr Geheimnis nicht auf den ersten Blick frei, obgleich sie es nicht versteckt: Die Bullaugen-Fenster folgen dem Aufbau der Maschine und lassen so Details nach außen sichtbar werden. Passiert der Betrachter die Grenze zum Werksgelände, findet er auf der anderen Seite eine durchgehende Glasfront, die die Lokomobile in voller Schönheit zur Geltung bringt. Und zu besonderen Anlässen ist dieses Museum für ein Einzelstück selbstverständlich auch begehbar. Ein "Zuhause" für eine Maschine! und das bei Pühringers "wahnsinniger Beziehung" zu Maschinen, wie er selbst sagt. Entstanden ist eine Form der Konservierung und Erhaltung, die zugleich der Öffentlichkeit gegenüber nicht verschlossen ist, ihr Schauobjekt aber ebenso auch abzuschirmen weiß. Ein Museum für ein einzelnes, wertvolles Stück Erinnerung, das den Gedankengang dieser Erinnerung aufnimmt und weiterführt, zur gleichen Zeit ein zweckbestimmter wie funktional nahezu nutzloser Bau, der Grenze und Passage zum Ort der eigentlichen Produktion ist. Schützende Umhüllung und Denk mal für ein technisches Denkmal in einem - ein ambivalentes Thema, unkonventionell gelöst. - und die Power Connection verliert für einen Augenblick ihre Absonderlichkeit in der Einsichtigkeit ihrer Funktion. Vernissage, 6/94, Seite 43 |
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